APG-Schüler Lukas Rauh bei der Kulturakademie Baden-Württemberg
Lukas Rauh, Schüler der 8. Klasse des Auguste-Pattberg-Gymnasiums, ist ein echter Leistungsträger. Seine ausgeprägte sprachliche Begabung verbindet er mit großer intellektueller Neugier und der Bereitschaft, sich auch auf anspruchsvolle Aufgaben einzulassen. Diese Fähigkeiten führten ihn in der letzten Woche der Sommerferien 2026 nach Marbach: Lukas wurde für die Teilnahme an einer Kreativwoche der Kulturakademie Baden-Württemberg ausgewählt.
Seine Aufnahme in die Kreativwoche setzte zunächst die Empfehlung durch seine Deutschlehrerin und die Nominierung durch das Auguste-Pattberg-Gymnasium voraus. Anschließend musste Lukas mit seiner Bewerbung zeigen, dass er die besonderen Anforderungen der Kulturakademie erfüllen konnte. Dass er diese Auswahl erfolgreich durchlief, beweist seine besondere literarische und intellektuelle Leistungsfähigkeit.
Die Aufgabenstellung, die ihm zugesandt wurde, passte besonders gut zum literarischen Ort. 2026 jährt sich der Todestag Rainer Maria Rilkes zum hundertsten Mal. Auch im Deutschen Literaturarchiv Marbach spielt daher Rilkes Werk in diesem Jahr eine besondere Rolle. Eine Ausstellung widmet sich unter dem Titel „Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten“ dem literarischen Schaffen des Dichters.
Für seine Bewerbung sollte Lukas einen Prosatext verfassen, in dem, ähnlich wie der weiße Elefant in Rilkes Gedicht „Das Karussell“, ein markanter Gegenstand eine besondere Bedeutung erhält. Lukas wählte dafür einen Gegenstand, der eng mit seiner eigenen Familiengeschichte verbunden ist: den Schuhlöffel seines Urgroßvaters.
Der Schuhlöffel stammt aus Böhmen (im heutigen Tschechien gelegen). Lukas´ Urgroßvater verbrachte dort als junger Mann einige Zeit, um Erfahrungen in der Leitung eines Gutes zu sammeln, bevor er wieder in seine badische Heimat zurückkehrte. In der Familie wird der antike Schuhlöffel bis heute in Ehren gehalten. Gemeinsam reiste die Familie Rauh bereits nach Böhmen, um den Spuren der Vergangenheit seines Urgroßvaters zu folgen, und aus diesem persönlichen Bezug entstand Lukas´ Text, den er der kritischen Jury zusandte.
Vom 7. bis 11. September nahm Lukas an der Kreativwoche im Deutschen Literaturarchiv Marbach teil. In der Schreibwerkstatt „Schreibspuren“, geleitet von der Lyrikerin Nadja Küchenmeister und dem Prosa-Autor Franz Friedrich, konnte Lukas an seinem ganz persönlich-individuellen Schreibstil arbeiten, ihn weiterentwickeln und neue Möglichkeiten eigenen literarischen Schreibens ausprobieren.
Seine Neugier beschränkte sich dabei aber nicht auf das eigene Schreiben. Im Literaturmuseum der Moderne beeindruckten ihn die Nachlässe bedeutender Autoren und auch die dort verwahrten Gegenstände, darunter die Totenmasken namhafter Dichter. Führungen durch die Bibliothek und das Handschriften-Magazin, eine Lesung mit der Autorin Annika Scheffel sowie ein theaterpädagogisches Programm ermöglichten weitere Einblicke in die Welt der Literatur.
Für Schulleiter Dr. Thomas Pauer ist es eine besondere Freude, Lukas’ Leistung und seinen Erfolg bei der Kulturakademie zu würdigen: „Wir sind sehr stolz auf Lukas und auf das, was er mit seiner Teilnahme an der Kulturakademie erreicht hat. Seine Leistung verdient eine sehr große Anerkennung. Mit seiner Begeisterung, seiner Begabung und seinem Engagement ist er ein Vorbild für andere Schülerinnen und Schüler und vertritt zugleich unsere Auguste-Pattberg-Gymnasium auf hervorragende Weise. Wir freuen uns sehr für ihn und wünschen ihm für die weitere Zeit in Marbach viele neue Eindrücke und Inspirationen.“
Neben seiner Leistungsbereitschaft zeichnen Lukas auch seine hohe Sozialkompetenz und seine Offenheit aus: „Die Begegnung mit Gleichaltrigen, die meine Interessen teilen, hat mir sehr gefallen. Da werden auch manche Kontakte bleiben“, ist er sich sicher. Der zweite Teil der Veranstaltung findet in den Faschingsferien statt, ebenfalls in Marbach. „Dann soll es um Friedrich Schiller gehen“, freut sich Lukas schon.
Claudia Schmidt