Gefahren und Risiken im Netz: Themenelternabend am APG
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Prävention am APG stand der jüngste Themen-Elternabend zum Thema „Risiken und Gefahren im Netz“. Eingeladen hatte Abteilungsleiter StD Andreas Link die erfahrene Medienpädagogin Franziska Hahn vom Kreismedienzentrum sowie Lars Maylandt vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Heilbronn. Beide Referenten führten kompetent und praxisnah durch einen Abend mit wertvollen Informationen und Tipps für den sicheren Umgang der Kinder mit digitalen Medien.
Hahn eröffnete den Abend mit einer klaren Botschaft: „Medienbildung sollte so selbstverständlich in Elternhaus und Schule sein wie der Fahrradführerschein.“ Sie betonte, dass eine bewusste Vorbereitung auf die digitale Welt unverzichtbar sei. Dabei wies sie auf die abnehmende Aufmerksamkeitsspanne bei Kindern durch übermäßige Bildschirmzeit hin und stellte die provokante Frage: „Worin liegen denn die Vorteile von Instagram und Snapchat für Kinder? Es gibt keine.“ Statt passiv Inhalte zu konsumieren, sollten Kinder aktiv werden, sei es durch Schach, das Spielen eines Instruments oder Sport wie Judo.
Lars Maylandt ergänzte die Perspektive aus der Polizeiarbeit: Durch seine Erfahrungen mit den sechsten Klassen wusste er zu berichten, dass die Schülerinnen und Schüler am Auguste-Pattberg-Gymnasium bereits gut über die Gefahren im Netz informiert sind und verantwortungsvoll agieren. Einen wesentlichen Beitrag leisten dabei nach seiner Einschätzung die Media-Peers des APG (Smepper), vor allem aber das Elternhaus und der Fachunterricht, u. a. Medienbildung, betonte er anerkennend.
Die Themen des Abends waren vielfältig: von Cybermobbing über Cyber-Grooming bis hin zu Sexting. Maylandt machte deutlich, dass Straftaten auch im Internet begangen werden können, und unterstrich die Verantwortung von Eltern, ihre Kinder aufzuklären und zu schützen. Ein besonderer Wert der Veranstaltung lag darin, dass Hahn und Maylandt nicht nur Risiken aufzeigten, sondern zahlreiche praktische Hinweise gaben: Entscheidend ist es, im Gespräch mit dem Kind zu bleiben und eine offene Kommunikation zu pflegen, Interesse zu zeigen und gemeinsam zu reflektieren, welche Inhalte konsumiert werden. Beide Referenten empfahlen, Mediennutzungsverträge für Kinder als Orientierung und Regelwerk zu nutzen, und rieten zu Achtsamkeit beim Recht am eigenen Bild, was Franziska Hahn auch besonders anschaulich erläuterte: „Das eigene Bild ist so privat wie eine Handtasche. Wenn ich ein Bild nur zeige, habe ich die Kontrolle. Wenn ich es weitergebe, verliere ich sie.“
Auch das Thema Online-Spiele wurde thematisiert: „In-App-Käufe“ können teuer werden, darauf wiesen beide Referenten nachdrücklich hin. Sie verwiesen auf hilfreiche Tools wie die Family-Link-App, den Spiele-Ratgeber NRW und BuPP, Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen, wertvolle Adressen, die Eltern unterstützen, Kinder im digitalen Alltag zu begleiten. Hahn griff zudem eine häufig gehörte Bemerkung von Kindern auf: „Das machen alle.“ Provokativ fragte sie: „Aber wer sind denn alle?“ Sie machte bewusst, dass viele Eltern ähnliche Sorgen und Unsicherheiten teilen.
Als wertvoller Beitrag im Rahmen des Bildungs- und Erziehungsauftrags vermittelte der Elternabend zum Thema Prävention im digitalen Bereich wertvolles Wissen, zeigte ganz praxisnah Handlungsmöglichkeiten auf und machte deutlich, wie wichtig die aktive Begleitung der Kinder durch Schule und Elternhaus ist, um sie sicher und selbstbewusst in der digitalen Welt agieren zu lassen.
Claudia Schmidt