Großes Schuljahresfinale im Burggraben
Am Auguste-Pattberg-Gymnasium endet das Schuljahr immer mit dem Schuljahresfinale – bei gutem Wetter im Burggraben beim Tempelhaus. Und das Wetter konnte gar nicht besser sein, als sich die Schulgemeinschaft erwartungsvoll auf den Rängen einfand.
Mit Schutzhelm und Warnweste eröffneten StR Frank Rückert und Dipl. Theol. Thomas Lorenz die Veranstaltung: „Schule als Baustelle“. Damit machten sie augenzwinkernd deutlich: An einer Schule gibt es weit mehr Baustellen als jene aus Stein und Beton. Sie beginnen dort, wo Dinge verbessert werden sollen, wo Streit überwunden werden will oder wo aus einer Idee ein gemeinsames Projekt entsteht.
Passend dazu griff ein szenischer Beitrag von StD Andreas Link und seiner Klasse das Motto auf. Die Schülerinnen und Schüler sprachen von den kleinen und großen Baustellen des Schulalltags und kamen zu einer Erkenntnis, die von der Baustelle als einer Metapher ausging: Nicht alles lässt sich mit Hammer oder Bohrmaschine beheben. Manche Veränderungen gelingen nur durch Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Schule ist kein fertiges Gebäude, sie ist ein gemeinsamer Prozess.
Diese Gedanken erhielten durch einen Auszug aus Michael Endes „Momo“, den Thomas Lorenz vortrug, eine weitere Dimension. Beppo, der Straßenkehrer, weiß, dass niemand eine ganze Straße auf einmal kehren kann. Es genügt der nächste Schritt, der nächste Besenstrich, der nächste Atemzug. Vielleicht ist das eines der klügsten Bilder für ein Schuljahr: Nicht das große Ganze entscheidet, sondern die vielen kleinen Schritte, aus denen schließlich Entwicklung entsteht. Ferien sind dann kein Stillstand, sondern eine Atempause, bevor die Arbeit an der gemeinsamen Baustelle weitergeht.
Nach dem besinnlichen ersten Teil der Veranstaltung öffnete sich der Blick auf all das, was im vergangenen Schuljahr entstanden ist: individuelle Leistungen genauso wie gemeinsam Erreichtes. Die SMV erinnerte an ihre wirklich herausragenden Aktionen, die Solidarität erfahrbar machten, vom Spendenlauf mit einem spektakulären Erlös von 4.300 Euro (siehe gesonderten Artikel) bis zu selbst gestalteten Osterkarten für Seniorinnen und Senioren. Schweren Herzens verabschieden muss man sich in der SMV von einem der drei Verbindungslehrer: StR Christian Heck bleibt dem APG selbstverständlich erhalten, wird aber in seiner Arbeit andere Schwerpunkte setzen. Mit den beiden verbleibenden Verbindungslehrern StRin Laura Windmüller und StR Christian Kaiser weiß er die SMV auch weiterhin in besten Händen.
BNE-Verantwortliche OStRin Isabel Maceda dankte allen Schülerinnen und Schülern, die sich beim „Weltretter-Projekt“ und anderen Umweltprojekten eingebracht hatten. Eine Kooperation mit dem Fachbereich Sport war die Teilnahme des APG am diesjährigen Stadtradeln – und auf Anhieb ein Erfolg: Das APG schnitt als beste Schule ab. „Eine tolle sportliche Leistung“, freute sich Thorsten Grimme.
Hervorragende Leistungen im sportlichen Bereich stellte auch OStRin Margrit Schalek-Boigs vor: Zwei Mannschaften des APG haben sich im Gerätturnen vordere Plätze beim Oberschulamtsfinale erkämpft. Vier Schülerinnen haben sich darüber hinaus in der Rhythmischen Sportgymnastik im Kreis- und Bezirksfinale qualifiziert und treten nun beim Landesfinale an.
Herausragende Leistungen im Bereich Technik und Informatik haben zwei Teams der Lego-/Roboter-AG bewiesen, die im internationalen Wettbewerb FLL (First LegoLeague) in Seoul bemerkenswerte Auszeichnungen errangen, unter anderem den renommierten Outstanding Engineering Award. An dieser Stelle sein noch einmal den Coaches Eberhard Platzer, Iris Hartung-Koepke, Ines Nesnidal und Thomas Hecht gedankt, außerdem MPDV für die großartige Unterstützung der Reise mit 20 000€ und dem Förderkreis des APG für weitere 1000€.
Mit den Ehrungen der erfolgreichsten Antolin-Leserinnen und -Leser des APG, die OStRin Silke Zimmermann vornahm, rückte eine Leistung in den Mittelpunkt, die Konzentration, Ausdauer und sprachliches Können gleichermaßen verlangt. Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler haben sich mit großer Lesefreude und bemerkenswerter Kontinuität auf Entdeckungsreise durch die Welt der Literatur begeben, eine Leistung, die den Grundstein für erfolgreiches Lernen in nahezu allen Bereichen legt. Denn Lesekompetenz entsteht nicht zufällig. Sie wächst mit jeder gelesenen Seite. Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler haben damit nicht nur eine beeindruckende Zahl von Büchern gelesen, sondern eine Fähigkeit entwickelt, die weit über den Deutschunterricht hinausreicht: die Welt durch Sprache zu erschließen.
Auch die musikalischen Arbeitsgemeinschaften des APG stellen immer wieder ihre große Leistungsfähigkeit unter Beweis, so auch der Unterstufenchor unter der Leitung von StRin Caroline Apfel, der zwei tolle Stücke präsentierte, mit denen er im Rahmen des Projekts 6K United in der SAP-Arena brilliert hatte.
Wer an einer Schule baut, um das Thema des Finales wieder aufzunehmen, baut nicht nur an Wissen und Kompetenzen, sondern auch an Haltung. Die Unterstützung der Kinderhilfe Olmos, über die StRin Ursula Schöni informierte, steht beispielhaft für dieses Selbstverständnis. Mit der erneuten Spende in Höhe von 500€ machte die Schulgemeinschaft deutlich, dass Solidarität und Mitmenschlichkeit feste Bausteine ihres gemeinsamen Handelns sind.
Mit der Verabschiedung der Referendarinnen Nina Häffner und Tabea Thienel, von StR Jan-Marco Schäfer und StDin Claudia Schmidt als langjähriger Kollegin und den Ferienwünschen des Schulleiters endete die Veranstaltung. Die Baustelle aber bleibt bestehen: als Ort, an dem auch nach den Sommerferien wieder gebaut wird: an Wissen, an Gemeinschaft und an gemeinsamer Verantwortung für eine erfolgreiche Zukunft junger Menschen.
Claudia Schmidt