Wenn der Notfall eintritt
Was ist zu tun, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht? Wie legt man einen Druckverband richtig an? Und wie funktioniert eigentlich eine Herzdruckmassage? Mit solchen ganz praktischen Fragen beschäftigten sich am Freitag, 25. September, die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 und 7 am Auguste-Pattberg-Gymnasium.
Anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ hatten Studienrätin Christina Helfrich und die erfahrenen Mitglieder des Schulsanitätsdienstes für die ersten vier Unterrichtsstunden einen Aktionstag vorbereitet. An verschiedenen Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler angeleitet von den Schulsanitätern selbst ausprobieren, was in einem Notfall zu tun ist. Sie übten die stabile Seitenlage, lernten, wie stärkere Blutungen mit einem Druckverband versorgt werden, und trainierten an Reanimationspuppen die Herzdruckmassage.
„Mir ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler die Abläufe nicht nur erklärt bekommen, sondern selbst üben. Wer das schon einmal gemacht hat, traut sich im Ernstfall eher zu, tatsächlich zu helfen“, beschreibt Christina Helfrich die Idee hinter dem Vormittag.
Für sie endet diese Arbeit allerdings nicht mit einem einzelnen Aktionstag. Über das gesamte Schuljahr hinweg betreut die engagierte Lehrerin den Schulsanitätsdienst am APG, bildet neue Mitglieder aus, begleitet die Jugendlichen bei ihrer Tätigkeit und steht ihnen auch bei ihren Einsätzen zur Seite. Die Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter übernehmen damit regelmäßig Verantwortung für die Schulgemeinschaft. Am Freitag waren sie selbst die Ausbilder und gaben ihr Wissen an die jüngeren Jahrgänge weiter.
Dass dabei eine große Zahl von Schülerinnen und Schülern erreicht wird, ist eine Besonderheit des APG. Bereits in den zurückliegenden zwei Schuljahren wurden bei vergleichbaren Aktionstagen die kompletten Klassenstufen 8, 9 und 10 geschult. In diesem Jahr kamen nun die Jahrgänge 6 und 7 hinzu.
Verstärkung bekam das Team durch zwei bekannte Gesichter: Die ehemaligen APG-Schüler Luca Battista und Till Neemann, die beide über viele Jahre eine prägende Rolle im Schulsanitätsdienst des APGs einnahmen, kamen für den Vormittag zurück an ihre frühere Schule. Sie unterstützten bei den Übungen und standen den heutigen Schulsanitätern mit ihrer Erfahrung zur Seite.
Wie schnell aus Übung Ernst werden kann, zeigte sich noch während des Aktionstags. Wegen Kreislaufproblemen wurde der Schulsanitätsdienst zu einem Einsatz im Schulhaus gerufen. Auch Luca und Till waren dabei und unterstützten ihre Nachfolger.
„Natürlich schaut man in so einer Situation besonders genau hin. Umso schöner war es für uns zu sehen, wie ruhig und sicher die jetzigen Schulsanitäter vorgegangen sind. Da merkt man, dass die Ausbildung weitergetragen wird“, so Luca Battista und Till Neemann.
Auch Schulleiter Dr. Thomas Pauer zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Beteiligten: „Es ist beeindruckend, wie viel Verantwortung unsere Schulsanitäter übernehmen und mit welchem Engagement sie ihr Wissen weitergeben. Gerade bei Erster Hilfe ist es wichtig, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Mein besonderer Dank gilt Frau Helfrich und dem gesamten Team für diese wichtige Arbeit.“
Am Ende des Vormittags hatten die Sechst- und Siebtklässler vor allem eines getan: selbst ausprobiert, wie man helfen kann. Denn wer die wichtigsten Handgriffe kennt und schon einmal geübt hat, was in einer Notlage zu tun ist, wird im Ernstfall handeln.
Dominik Weber